Pokalspiel unter „erschwerten“ Bedingungen

An diesem Samstagabend, 16. Januar 2016, empfangen die Wasserballer der SG Stadtwerke München im Pokal-Achtelfinale des Süddeutschen-Schwimmverbands den Ligakonkurrenten aus Frankfurt.

Die ohnehin schon „schweren Jungs“ von Spielertrainer Ivan Mikić sind zum Großteil erst seit einer Woche wieder so richtig im Training, wobei der ein oder andere neben den üppigen Geschenken offensichtlich auch ein paar extra Pfunde zu Weihnachten erhalten hat. Kapitän und frischgebackener Münchner Wasserballer des Jahres 2015 Marko Ristić ist trotzdem äußerst zuversichtlich was die Verfassung seiner Mitspieler angeht: „Wir sind in dieser Saison sehr gut aufgestellt, wir haben einen breiten Kader, in dem jede Position mindestens doppelt und dabei gleichwertig besetzt ist.“ Zu schaffen macht den Münchnern jedoch die langwierige Verletzungsmisere von Torhüter Robert Idel der mindestens zwei weitere Wochen nicht am Spielbetrieb teilnehmen können wird. Für adäquaten Ersatz ist aber schon gesorgt. Nach nur kurzen Verhandlungen hat sich Torwart Viktor Sipos, der in dieser Saison etwas kürzer treten wollte, für weitere Einsätze zwischen den Pfosten der Münchner bereit erklärt.

Ein wirklich kritischer Faktor wird die Wasserballer der SG Stadtwerke München in dieser Saison trotz sehr erfolgreicher Vorsaison und großem Engagement in dieser Spielzeit leider konstant begleiten. Auf Grund mangelnder Alternativen muss die Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt den Großteil ihrer Heimspiele in der Schwimmhalle des Anton-Fingerle-Bildungszentrums austragen. Diese entspricht leider in keiner Weise den Anforderungen, die für einen attraktiven und erfolgreichen Wasserballsport auf dem Niveau der 2. Wasserball-Bundesliga von Nöten sind. Die Jungs von der Isar nehmen aber auch diese Herausforderung an und freuen sich sehr über die trotzdem immer wiederkehrenden zahlreichen Zuschauer.

Die Daten zum anstehenden Pokalspiel:
SG Stadtwerke München  – Erster Frankfurter SC
Samstag, 16. Januar 2016, 18:00 Uhr
Ort: Anton-Fingerle-Bildungszentrum

München erzwingt gegen gut mitspielende Gäste aus Ludwigsburg den ersten Saisonsieg.

Vor nun mehr als 18 Monaten verloren die Wasserballer der SG Stadtwerke München ihr letztes Heimspiel. Am 24.05.2014  unterlagen die Jungs von der Isar im heimischen Dantebad dem VfB Friedberg mit 7:8. Darauf folgte eine beindruckende Serie von neun Heimsiegen in der 2. Wasserball-Bundesliga Süd in Folge – eine Serie, die man natürlich gegen Ludwigsburg fortsetzen wollte. Darüber hinaus standen die Münchner nach zwei unglücklichen Niederlagen zum Saisonauftakt schon ein Stück weit mit dem Rücken zur Wand. Wollte man den Start in diese Spielzeit noch retten, musste der erste Sieg im dritten Spiel am vergangenen Samstagabend unbedingt gelingen.

Spielertrainer Ivan Mikić konnte in seinem ersten Heimspiel als „Nicht-Mehr-Kapitän“ fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den verletzten Schlussmann Robert Idel war die ganze Mannschaft mehr oder weniger fit und vor allem fest entschlossen und hoch motiviert. Auch die Gäste aus Ludwigsburg, ebenfalls mit einer Niederlage in die Saison gestartet, machten einen ziemlich kompletten Eindruck, sodass alles für einen offen Fight in der Exil-Arena im Münchner Stadtteil Giesing gerichtet war.

Und nicht weniger als ein Spektakel bekamen die zahlreichen Zuschauer zu sehen. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier. München mit gewohnt schussstarkem Rückraum, Ludwigsburg mit körperlich spielerischen Elementen im Angriffsspiel. Die Münchner Heimmannschaft diktierte von Beginn an das Spiel und bis auf den 2:2 Ausgleichstreffer waren die Landeshauptstädter permanent in Führung. Den drei Toren von Kapitän Marko Ristić folgte nach dem ersten Viertel (4:2) eine sehr starke Phase der Münchner, in der man die Gäste aus dem Schwabenland regelrecht schwindelig spielte und binnen 5 Minuten auf 8:3 davon zog. Doch Ludwigsburg zeigte sich als starker Gegner. Tor um Tor kamen die Gäste schließlich auf ein 8:7 aus Sicht der Münchner heran. Die lautstarken Unterstützer auf den Zuschauerbänken schauten ungläubig und legten gedanklich den  Champagner schon wieder zurück in den Keller. Kurz vor der Pause erhöhten die Münchner dann doch wieder, u .a. durch einen wunderschönen Heber von Ignacio Marian de Diego, auf 10:7 und konnten somit die Nerven der angespannten Zuschauer wieder etwas beruhigen.

„Dieses 10:7 zum psychologisch sinnvollen Zeitpunkt war ein entscheidender Faktor. Wir sind mit Oberwasser in die zweite Hälfte gegangen und Ludwigsburg begann sich fortan mehr auf den Schiedsrichter als auf uns zu konzentrieren“, kommentierte Münchens Center Matthias Krimphove erschöpft nach dem Spiel. Jedoch benötigten die Münchener erst noch ein wenig Anlauf, um im dritten Viertel ihre stärkste Phase des Spiels zu zeigen. Innerhalb von gut drei Minuten zog man durch fünf teils wunderschön herausgespielten Treffern auf 15:8 davon und sorgte für eine klare Vorentscheidung. „Das war fantastisch – so macht man einen Trainer echt glücklich“, freute sich Spielertrainer Mikić nach dem dritten Viertel. Weiter offensiv beendeten die Münchner dann mit 19:10 (4:2; 6:5; 5:1; 4:2) das Spiel.

Für die Bayern war dies das letzte Spiel vor der Weihnachtspause, ehe es Ende Januar in Darmstadt die nächsten Punkte zu verdienen gibt. „Jedoch fällt die Anspannung noch nicht ab, denn nächste Woche müssen wir bei der Weihnachtsshow der Syncronschwimmerinnen tänzerisch alles geben – da wollen wir die 1000 Zuschauer nicht enttäuschen. Nicht wenige sehen bei sich auch mehr tänzerisches als wasserballerisches Talent“, lacht Kapitän Ristić mit Blick auf die kommende Aufgabe.

SG Stadtwerke München – SV Ludwigsburg 08:  19:10 (4:2; 6:5; 5:1; 4:2)

München verliert jeweils knapp in Ludwigshafen und Pforzheim

Das war nichts! Sichtlich enttäuscht kehrten die Wasserballer der SG Stadtwerke München am vergangenen Wochenende nach einer 10:9 (3:0; 2:3; 3:3; 2:3) Niederlage in Ludwigshafen am Samstag und einer 11:10 (5:3; 2:3; 4:1; 0:3) Niederlage in Pforzheim am Sonntag zurück nach München. Man hatte sich viel vorgenommen, doch die Jungs von der Isar konnten aufgrund der mangelnden Chancenverwertung in Ludwigshafen und des Heimvorteils der gastgebenden Mannschaft in Pforzheim keinen Erfolg verbuchen.
Dabei begann die Reise in den Westen der 2. Wasserball-Bundesliga Süd eigentlich sehr verheißungsvoll.

Das Überraschungsteam der letzten Saison startet mit personellen Veränderungen in die neue Spielzeit der 2. Wasserball-Bundesliga Süd.

„Die Konkurrenz ist stark, aber wir können dagegen halten!“ Mit diesen Worten begann Spielertrainer Ivan Miki seine Ansprache zur neuen Saison und fügte hinzu: „Aber eigentlich ist es mir egal, wen der Gegner aufstellt. Mir ist unsere Leistung am wichtigsten – und die muss an einigen Stellen besser werden.“

Beobachtet man die Mannschaft, die nach der erfolgreichsten Saison der jüngeren Vereinsgeschichte mit viel Elan regelmäßig vollzählig trainiert, fällt einem sofort die gesunde Prise ‚Münchner Selbstbewusstsein‘ auf; die das Wasser würzt. So dauert es tatsächlich lange bis man jemanden findet, der nicht nur über die gute Vorbereitung, die streckenweise sehr guten Testspiele, bei denen auch die Jugendspieler überzeugen konnten, die starken Teambuilding-Events oder den viel gepriesenen neuen Strafen-Katalog, sondern auch über die Gegner reden möchte. „Natürlich beschäftigen wir uns auch mit unseren Gegnern“, so Torwart Robert Idel, der als eine Art Pressesprecher fungiert. „Leimen und Ludwigsburg befinden sich in einem kleinen Umbruch, dennoch werden sie natürlich oben mitspielen. Würzburg sehe ich als Favoriten, sie haben sich mit Trainerfuchs Gogola gut verstärkt und sind als Team gewachsen. Alle anderen Teams sind auswärts immer unangenehm, aber das wissen wir ja schon aus der letzten Saison, in der wir kein Auswärtsspiel mit mehr als drei Toren gewinnen konnten. Richtig gespannt bin ich natürlich auf Ludwigshafen, die sich mit unserem alten Mitspieler Ahmed Yasser natürlich einen Knipser geangelt haben. Leider habe ich bei den Transferverhandlungen keine Spielsperre gegen den alten Verein verhandelt, jetzt müssen wir ihn halt spielerisch ausschalten“, ergänzt Idel mit einem Augenzwinkern.

Reihe oben, links nach rechts:
Marko Polunic, Filip Barisic, William Gorin, Niklas Trommer, Felix Ottke, Anton Spanjol, Brinio Hond, Robert Idel

Reihe unten, links nach rechts:
Matthias Krimphove, German Kulnewsky, Anton Bender, Stefan Kovacevic, Jan Krollmann, Eric Valentines, Ivan Mikic, Marko Ristic

Es fehlen:
Bernd Metzler, David Milosavljevic, Harris Hadjioannou, Ignacio Marian de Diego, Tobias Rheude, Viktor Sipos

München belohnt sich nach toller Aufholjagd nicht und scheidet im Fünfmeterwerfen gegen Madgeburg im DSV-Pokal aus 

„Vielen Dank für dieses geile Spiel mit dieser geilen Atmosphäre“, bedankte sich Magdeburgs Tim Richter, während er, mit drei persönlichen Fehlern auf dem Konto, Seite an Seite mit Münchens verletzten Torwart Robert Idel gebannt das Fünfmeterwerfen verfolgte. „Die Stimmung in der Halle, die ausgezeichneten Schiedsrichter, dazu ein aufregendes Spiel - Das war Werbung für den Wasserballsport“, fügte Richter hinzu, nachdem er mit seinen Jungs um Kiril Litvin, Schütze des siegbringenden Fünfmeters, den 12:13 (1:2; 2:2; 1:3; 3:0/ 5:6) Auswärtssieg seiner Mannschaft feierte.