Erfolgreich mit harter Arbeit und Teamgeist

Die Wasserballer der SG Stadtwerke München überzeugen in Frankfurt mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und gewinnen mit 17:10

Nach einer knapp vierstündigen Anreise starteten die Münchner am vergangenen Samstagzunächst etwas zögerlich in die Begegnung gegen die Mannschaft des EFSC aus Frankfurt. Erst in den letzten zwei Minuten des ersten Viertels schienen die Jungs von Spielertrainer Ivan Mikić ins Spiel gefunden zu haben und konnten durch drei aufeinander folgende Treffer einen 1:0 Rückstand schnell aufholen.

Je länger das Spiel andauerte, desto mehr nahm es an Fahrt und Dynamik auf. Gründe dafür waren u. a. die vielen Überzahlsituationen der Münchner, in denen sie ihre Chancen nutzten und sich bis zum Ende des zweiten Viertels einen komfortablen Vorsprung von 5 Toren erarbeiten konnten.Gerade die neue Überzahltaktik, die Mikić mit seinem Team bereits imTestspiel gegen die Mannschaft aus Salzburg und in zahlreichen Trainingseinheiten erprobt hatte, machte sich nunmehr bezahlt.Nach der Halbzeitpause wurde es aber noch einmal spannend als die Frankfurter den Vorsprung auf 3 Tore verkürzen konnten. Doch der Sieg der Münchner schien aufgrund der starken Mannschaftsleistung zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet und so beendeten die bayerischen Landeshauptstädter das Spiel erfolgreich mit 17:10.

Ohne Probleme ins Vierteilfinale

München schlägt personell geschwächt, Frankfurt klar mit 19:4

„Pokal reimt sich nicht auf egal – wir wollen ins Viertelfinale“ – Trainer Mikićs Ansprache vor dem Spiel war kurz und prägnant. Und viel mehr brauchte er auch nicht, um seine Mannschaft für das erste Spiel im Jahr 2016 zu motivieren. Denn München machte im neuen Jahr genau dort weiter, wo sie nach dem überzeugenden Sieg gegen Ludwigsburg im alten Jahr aufgehört hatten und überrollte die Gäste aus der Finanzmetropole klar mit 19:4 (6:0; 7:1; 2:3; 4:0).

Dabei war die Vorbereitung sehr bescheiden – ohne Torwart Robert Idel (Ellenbogenverletzung), Marko Polunić (Handverletzung), Anton Spanjol (nicht Spielberechtigt) und Niklas Trommer (Trommelfellverletzung) standen gleich vier übliche Starter dem Trainer nicht zur Verfügung. Hinzu kamen „Gewichtsprobleme“ etlicher Spieler, die über Weihnachten nicht dem strengen Speiseplan des Trainers gefolgt waren, sondern sich zuhause kulinarisch verwöhnen lassen haben – doch diese Probleme lassen sich im Giesinger „Exil-Planschbecken“ bekanntlich gut kaschieren.

Vielleicht war es dann sogar die Furcht vor dem Konditionsabbau oder die guten Stimmung in der Halle, die dazu führte, dass die Landeshauptstädter mit einem Feuerwerk begannen. Gleich im ersten Angriff sorgte in Überzahl Kapitän Marko Ristić, der ansonsten ungewöhnlich oft mit Glanzpunkten geizte, für die 1:0 Führung, die dann in einem berauschenden ersten Viertel in eine 6:0 Pausenführung folgte. Dem üblichen Nachlassen nach einer Führung fand dann Trainer Mikić in einer kurzen Ansprache genau die richtigen Worte – München spielte weiter guten Wasserball. Vorne sorgten vor allem Ignacio Marian de Diego und Brinio „De Bliksem“ Hond für spielerische Höhepunkte, während hinten ein gut aufgelegter Viktor Sipos und Abwehrchef Haris Hadjioannou auch ohne seinen kleinen Zögling Spanjol das Münchener Bollwerk aufrechterhielten.

Nach der Pause und einer 13:1 Führung ließ dann, sehr zum Ärger von Trainer Mikić, die Konzentration stark nach, was aufopferungsvolle Gäste zur Ergebniskosmetik nutzten. Frankfurt übernahm das Ruder und es brauchte einige wütende Worte, ehe München wieder zum Torerfolg kam. „Das hat mich geärgert. Da müssen wir trotzdem konzentriert weiter spielen“, kritisierte Mikić seine Mannschaft im dritten Viertel, und auch der sonst so ruhige Torwart Sipos konnte seine Stimme in dieser Spielphase nicht schonen. Doch als die Spielkontrolle wieder zurück in die bayerischen Hände kam, konnte die ganze Halle ein ganz besonderes Tor bejubeln: Münchens Eigengewächs Stefan Kovacević traf in seinem dritten Spiel für die erste Mannschaft zum (vor allem von ihm selbst) umjubelten ersten Saisontor.

Den Landeshauptstädtern bleibt kaum Zeit zur Erholung, am 23.01. geht es direkt weiter mit einem sehr unangenehmen Auswärtsspiel in Darmstadt. „Wir müssen jetzt auch endlich mal auswärts punkten. Ein paar Ausfälle habe ich zu beklagen, aber das darf keine Ausrede sein – wir sind gut drauf“, freut sich Trainer Mikić auf das erste Auswärtsspiel in 2016.

SG Stadtwerke München –Frankfurt 19:4 (6:0; 7:1; 2:3; 4:0)

SG Stadtwerke München: Viktor Sipos (TW), Brinio Hond (4 Tore), Stefan Kovacević (1), Matthias Krimphove, Haris Hadjioannou, Ivan Mikić (2), Marko Ristić (3), Felix Ottke, German Kulnevsky, Mate Pataki (3), Anton Bander, Ignacio Marian de Diego (5), William Gorin (1)

Pokalspiel unter „erschwerten“ Bedingungen

An diesem Samstagabend, 16. Januar 2016, empfangen die Wasserballer der SG Stadtwerke München im Pokal-Achtelfinale des Süddeutschen-Schwimmverbands den Ligakonkurrenten aus Frankfurt.

Die ohnehin schon „schweren Jungs“ von Spielertrainer Ivan Mikić sind zum Großteil erst seit einer Woche wieder so richtig im Training, wobei der ein oder andere neben den üppigen Geschenken offensichtlich auch ein paar extra Pfunde zu Weihnachten erhalten hat. Kapitän und frischgebackener Münchner Wasserballer des Jahres 2015 Marko Ristić ist trotzdem äußerst zuversichtlich was die Verfassung seiner Mitspieler angeht: „Wir sind in dieser Saison sehr gut aufgestellt, wir haben einen breiten Kader, in dem jede Position mindestens doppelt und dabei gleichwertig besetzt ist.“ Zu schaffen macht den Münchnern jedoch die langwierige Verletzungsmisere von Torhüter Robert Idel der mindestens zwei weitere Wochen nicht am Spielbetrieb teilnehmen können wird. Für adäquaten Ersatz ist aber schon gesorgt. Nach nur kurzen Verhandlungen hat sich Torwart Viktor Sipos, der in dieser Saison etwas kürzer treten wollte, für weitere Einsätze zwischen den Pfosten der Münchner bereit erklärt.

Ein wirklich kritischer Faktor wird die Wasserballer der SG Stadtwerke München in dieser Saison trotz sehr erfolgreicher Vorsaison und großem Engagement in dieser Spielzeit leider konstant begleiten. Auf Grund mangelnder Alternativen muss die Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt den Großteil ihrer Heimspiele in der Schwimmhalle des Anton-Fingerle-Bildungszentrums austragen. Diese entspricht leider in keiner Weise den Anforderungen, die für einen attraktiven und erfolgreichen Wasserballsport auf dem Niveau der 2. Wasserball-Bundesliga von Nöten sind. Die Jungs von der Isar nehmen aber auch diese Herausforderung an und freuen sich sehr über die trotzdem immer wiederkehrenden zahlreichen Zuschauer.

Die Daten zum anstehenden Pokalspiel:
SG Stadtwerke München  – Erster Frankfurter SC
Samstag, 16. Januar 2016, 18:00 Uhr
Ort: Anton-Fingerle-Bildungszentrum

München erzwingt gegen gut mitspielende Gäste aus Ludwigsburg den ersten Saisonsieg.

Vor nun mehr als 18 Monaten verloren die Wasserballer der SG Stadtwerke München ihr letztes Heimspiel. Am 24.05.2014  unterlagen die Jungs von der Isar im heimischen Dantebad dem VfB Friedberg mit 7:8. Darauf folgte eine beindruckende Serie von neun Heimsiegen in der 2. Wasserball-Bundesliga Süd in Folge – eine Serie, die man natürlich gegen Ludwigsburg fortsetzen wollte. Darüber hinaus standen die Münchner nach zwei unglücklichen Niederlagen zum Saisonauftakt schon ein Stück weit mit dem Rücken zur Wand. Wollte man den Start in diese Spielzeit noch retten, musste der erste Sieg im dritten Spiel am vergangenen Samstagabend unbedingt gelingen.

Spielertrainer Ivan Mikić konnte in seinem ersten Heimspiel als „Nicht-Mehr-Kapitän“ fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den verletzten Schlussmann Robert Idel war die ganze Mannschaft mehr oder weniger fit und vor allem fest entschlossen und hoch motiviert. Auch die Gäste aus Ludwigsburg, ebenfalls mit einer Niederlage in die Saison gestartet, machten einen ziemlich kompletten Eindruck, sodass alles für einen offen Fight in der Exil-Arena im Münchner Stadtteil Giesing gerichtet war.

Und nicht weniger als ein Spektakel bekamen die zahlreichen Zuschauer zu sehen. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier. München mit gewohnt schussstarkem Rückraum, Ludwigsburg mit körperlich spielerischen Elementen im Angriffsspiel. Die Münchner Heimmannschaft diktierte von Beginn an das Spiel und bis auf den 2:2 Ausgleichstreffer waren die Landeshauptstädter permanent in Führung. Den drei Toren von Kapitän Marko Ristić folgte nach dem ersten Viertel (4:2) eine sehr starke Phase der Münchner, in der man die Gäste aus dem Schwabenland regelrecht schwindelig spielte und binnen 5 Minuten auf 8:3 davon zog. Doch Ludwigsburg zeigte sich als starker Gegner. Tor um Tor kamen die Gäste schließlich auf ein 8:7 aus Sicht der Münchner heran. Die lautstarken Unterstützer auf den Zuschauerbänken schauten ungläubig und legten gedanklich den  Champagner schon wieder zurück in den Keller. Kurz vor der Pause erhöhten die Münchner dann doch wieder, u .a. durch einen wunderschönen Heber von Ignacio Marian de Diego, auf 10:7 und konnten somit die Nerven der angespannten Zuschauer wieder etwas beruhigen.

„Dieses 10:7 zum psychologisch sinnvollen Zeitpunkt war ein entscheidender Faktor. Wir sind mit Oberwasser in die zweite Hälfte gegangen und Ludwigsburg begann sich fortan mehr auf den Schiedsrichter als auf uns zu konzentrieren“, kommentierte Münchens Center Matthias Krimphove erschöpft nach dem Spiel. Jedoch benötigten die Münchener erst noch ein wenig Anlauf, um im dritten Viertel ihre stärkste Phase des Spiels zu zeigen. Innerhalb von gut drei Minuten zog man durch fünf teils wunderschön herausgespielten Treffern auf 15:8 davon und sorgte für eine klare Vorentscheidung. „Das war fantastisch – so macht man einen Trainer echt glücklich“, freute sich Spielertrainer Mikić nach dem dritten Viertel. Weiter offensiv beendeten die Münchner dann mit 19:10 (4:2; 6:5; 5:1; 4:2) das Spiel.

Für die Bayern war dies das letzte Spiel vor der Weihnachtspause, ehe es Ende Januar in Darmstadt die nächsten Punkte zu verdienen gibt. „Jedoch fällt die Anspannung noch nicht ab, denn nächste Woche müssen wir bei der Weihnachtsshow der Syncronschwimmerinnen tänzerisch alles geben – da wollen wir die 1000 Zuschauer nicht enttäuschen. Nicht wenige sehen bei sich auch mehr tänzerisches als wasserballerisches Talent“, lacht Kapitän Ristić mit Blick auf die kommende Aufgabe.

SG Stadtwerke München – SV Ludwigsburg 08:  19:10 (4:2; 6:5; 5:1; 4:2)

München verliert jeweils knapp in Ludwigshafen und Pforzheim

Das war nichts! Sichtlich enttäuscht kehrten die Wasserballer der SG Stadtwerke München am vergangenen Wochenende nach einer 10:9 (3:0; 2:3; 3:3; 2:3) Niederlage in Ludwigshafen am Samstag und einer 11:10 (5:3; 2:3; 4:1; 0:3) Niederlage in Pforzheim am Sonntag zurück nach München. Man hatte sich viel vorgenommen, doch die Jungs von der Isar konnten aufgrund der mangelnden Chancenverwertung in Ludwigshafen und des Heimvorteils der gastgebenden Mannschaft in Pforzheim keinen Erfolg verbuchen.
Dabei begann die Reise in den Westen der 2. Wasserball-Bundesliga Süd eigentlich sehr verheißungsvoll.